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Deckeinsatz:
1958-1971 Nesse, 
1972-1979 Altenbruch, 
1979 getötet


Lugano I
 gekörte Söhne:
Herold, Landdrost, Landfried, Lanthan, Laroche, Laskan, Latour, Leibwächter I, Leibwächter II, Leonidas, Leopard, Lessing, Leuchtfeuer, Liebling v/h Peerdegedoe, Lockruf, Löwenherz, Lohengrin, Lorbas, Lotse, Luchs, Luckner, Ludendorff, Lützow, Luganer, Lugano van la Roche, Lukant, Lukas, Lukull, Lumumba, Lurano, Luxor

Altwunder


Friesentreue



Albaner


Dobe

Friesenkönig
 

Feine

Allweiser III





Dolman

Feiner Kerl

Feiner Kerl

Alpenflug II
 

Der Löwe xx


Lehnsherrin xx



Wahnfried xx


Lapis Electric xx

Fervor xx

Winnica xx

Flamboyant xx





Dark Ronald xx

Galtee More xx

Kottingbrunn xx

Tracery xx

Der beste Hengstsohn des Der Löwe xx war sicherlich Lugano I, der in Nesse und Altenbruch zahlreiche Sportspitzen und gekörte Söhne lieferte. Er wurde zu einem der bedeutendsten hannoverschen Vererber überhaupt. Selbst Fuchs, vererbte er gern diese Farbe, machte aber zuweilen auch Rappen. Braune waren weniger häufig. Sein von der Mutterseite ererbtes recht ordentliches und im Gegensatz zu Der Löwe xx deutlich verbessertes Fundament hat er oft mitgegeben, allerdings auch oft das unschöne Gesicht und bügelnden Gang. Seine Nachkommen hatten allerdings so viele Vorzüge hinsichtlich Grundgangartenqualität, Rittigkeit und auch Springveranlagung, dass man ihnen das gern verzieh. Zu seinen bekanntesten Kindern zählten der Fuchs Lido 6/Harry Boldt, Lenard 3/Karla Schad bzw. Harry Boldt, Lunebotin/Tilman Meyer zu Erpen und das Springpferd Lisander/Hermann Schridde. Diese Pferde resultierten ausnahmslos aus der ersten Schaffensperiode des Lugano I in Nesse bei Bremerhaven. Doch auch von Altenbruch, nur einige Kilometer weiter bei Cuxhaven gelegen, gingen über Lugano I entscheidende züchterische Impulse aus.

Die damals immer noch populäre Floskel "Stationstreue" hat sich für die Altenbrücher im Fall Lugano I vollauf bezahlt gemacht. Der Einfluss des Lugano I in züchterischer Hinsicht war sehr groß. In Belgien wurde Lugano van la Roche zum wohl bedeutendsten Vererber seiner Zeit, in Hessen dominierten Lotse und Lützow über Jahre das Zuchtgeschehen, und in der ehemaligen DDR wurde Leuchtfeuer zum Linienbegründer. In Hannover konnte sich das Lugano I-Blut trotz anfangs überaus positiver Tendenzen im Mannesstamm nicht halten. Der als hoffnungsvoll geltende Lukas brachte die Söhne Laibach und Laudon. Der kalibrige, bunte Rappe Luckner hat sich als Springpferdemacher gehobener Klasse erwiesen, schied allerdings ohne gekörte Söhne aus. Auch der zunächst vielgelobte Leibwächter I konnte nur bedingt den hohen Erwartungen gerecht werden. Ein guter Vererber, der sicherlich zeitlebens zuwenig Chancen hatte, war der Fuchs Lukant, der als Privathengst bei Dr. Schüler in Elsfleth stand. Eher unmerklich hat sich auch der elegante Rappe Ludendorff das Image eines wertvollen Vererbers geschaffen. Es ist bedauerlich, dass das Erbgut des Lugano I, der soviel Positives hinterließ, sich nicht nachhaltig im Mannesstamm durchsetzen konnte.


Der Löwe xx
31-03791-44
Db.H., geb. 1944, Stm.158cm
Züchter:
P. Mühlhens, Burg Röttgen
Deckeinsatz:
1951-1961 Großenwörden,
1962-1968 Luhmühlen,
1969-1971 Otterstedt,
1972 Sottrum,
1973 Bargstedt,
1973 getötet
Der Löwe XX gekörte Söhne:
Jelum, Labrador, Leu, Lindberg, Lion, Löwensohn, Löwenstein, Lohmann, Lugano I, Lugano II, Luxus

Lehnsherrin xx


Lapis Electric xx



Herold xx


Leben u. Leben lassen xx

Fervor xx
 

Hornisse xx

Dark Ronald xx





Marta Santa xx

Galtee More xx

Ard Patrick xx

Bay Ronald xx

Wahnfried xx


Winnica xx



Flamboyant xx


Orsza xx

Kottingbrunn xx

Simonath xx

Tracery xx





Gouvernant xx
 

Pardon xx

St. Simon xx

Rock Sand xx

Der Name sagt es schon: Der Löwe xx war ein echter Kämpfer. Dies hatte er auch auf der Rennbahn bewiesen, wo er großartige Erfolge für das Gestüt Röttgen erzielte. Sein erster Deckeinsatz auf der hannoverschen Station Großenwörden verlief parallel zum Niedergang des Pferdes in der Landwirtschaft. Der Löwe xx, gerade mal 159 Zentimeter groß, lieferte vielfach große, bedeutene Pferde mit viel Ausdruck, relativ häufig übrigens auch in Fuchsfarbe. Ihre vom Vater ererbte Vitalität ging oftmals mit einer schon als unverschämt zu bezeichnenden Frechheit einher, so daß sich die Reiter in vornehmer Zurückhaltung übten und die "Löwen" zeitweise Ladenhüter waren. Später stellte man fest, daß es vielfach Geräuschempfindlichkeit war, die ihnen zu schaffen machte.
Wie es auch sei: Die Leistung überzeugte schließlich auch die ärgsten Zweifler. In der Dressur waren es Pferde wie Liostro 2/Karin Schlüter, Löwenherz 7/Dr. Erika Schwarzkopf, Lanthan/Carola Lampe, Lady Lou 2/Holger und Inge Schmezer, Leopardin 2/Hans-Jürgen Armbrust, Lucky Boy 4/Marjolyn Greeve (NL) und Leopardi/John Whinnet; im Springen hatte Hartwig Steenken auf Der Lord 2 und Loriot 17 zahlreiche Erfolge, in der Military kam der Däne Nils Haagensen mit Löwenstern zu großen Triumphen. Dies ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit die sportliche Bilanz gewesen. Züchterisch wurde vor allem der Fuchs Lugano I zu einem starken Verbreiter des väterlichen Erbgutes. Lugano I, der in Nesse und Altenbruch deckte, lieferte sehr rittige Dressur- und Springpferde für höchste internationale Klassen, wobei seine Nachkommen vielfach ein unschönes Gesicht hatten (was auch Der Löwe xx selbst vielfach vererbt hatte) und vorne bügelten. Das hinderte sie jedoch nicht, Spitzenleistungen zu vollbringen.
Aus der riesigen Zahl gekörter Lugano I-Söhne ist es keinem so recht gelungen, als Hauptvererber diese Linie weiterzuführen. Große Hoffnungen galten dabei dem Fuchs Lukas, der sich jedoch als "Leistungsbremse" entpuppte, von seinen beiden Söhnen Laibach (Ldb. Celle, PB Bawue.) und Laudon (Ldb. Dillenburg), bezeichnenderweise beide braun und aus Müttern des drahtigen Wicht gezogen, einmal abgesehen. Auch der zunächst vielgelobte Körsieger und DLG-Hengst Leibwächter I war letztendlich eine Enttäuschung. Gewaltiges Springvermögen vererbte der herbe Rappe Luckner, aber die Züchter mochten ihn nicht. Das Erbgut des Der Löwe xx basiert heute weitgehend auf Lugano II, der in punkto Leistung und auch unter züchterischen Aspekten immer etwas im Schatten des Älteren stand. Lugano II brachte mit dem bunten Rappen Lombard einen kapitalen Leistungsmultiplikator, dessen Hengstsöhne Lanthan und der zunächst verkannte Leubus große Wertschätzung genießen.
Aus der Der Löwe xx-Vollschwester Leibwache xx rekrutierte man später den Orator xx-Sohn Lions xx für das Landgestüt Celle. Dieser hat sich trotz zahlreicher Chancen und großer Sympathien seitens des damaligen Verdener Auktionsleiters Hans-Joachim Köhler nicht durchsetzen können und hinterließ bis auf den ausgesprochen charakterstarken, von den Züchtern aber ungeliebten Hengstsohn Libanon kaum nennenswerte Ergebnisse. Der Löwe xx selbst wurde 29jährig eingeschläfert. Sein Skelett steht noch heute im Pferdemuseum in Verden und wird noch Generationen von Züchtern an die Bedeutung dieses kleinen und doch so großen Vollblüters erinnern.